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Rund um die Reinigung

27.10.2009 | 08:53 Uhr

Über die Notwendigkeit der Reinigung verschmutzter Gebrauchsgegenstände und Einrichtungen sowohl zu ihrer Werterhaltung als auch aus hygienischen Gründen gibt es kaum unterschiedliche Meinungen.



Da  ein Reinigungsmittel auf die Schmutzart abgestimmt ist und ebenfalls auf das zu reinigende Objekt, müssen nicht alle angegebenen Komponenten in einem Reinigungsmittel enthalten sein. Jetzt werden wir die einzelnen Reinigungsmittelkomponenten nacheinander besprechen.

Tenside
Tenside sind waschaktive Substanzen (WAS) und stellen meist das Herzstück eines Reinigungsmittels dar. Es handelt sich hierbei um grenzflächenaktive Stoffe, die in der Lage sind, sich an Grenzflächen anzureichern und damit die Spannung der Grenzflächen, d.h. die Oberflächenspannung des Wassers herabzusetzen. Daraus resultiert eine bessere Benetzung der zu reinigenden Oberfläche und ein besseres Abfließen bzw. besserer Abtransport des schmutzhaltigen Wassers. Zum anderen sind die Tenside aufgrund ihrer Struktur dazu befähigt, Schmutzpartikel zu umhüllen und abzutransportieren. Aufgrund der hohen Einsatzmengen der Tenside muss die Umweltverträglichkeit dieser Stoffe sichergestellt sein. Das für den Verbleib in der Umwelt bzw. im Abwasser entscheidende Kriterium ist die biologische Abbaubarkeit. Die Abbaubarkeit der Tenside ist in der Tensidverordnung geregelt. Danach müssen in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzte Tenside mindestens zu 80 % abbaubar sein. Der größere Anteil der heutigen im Einsatz befindlichen Tenside  zeigen bezüglich der Abbaubarkeit Werte von über 90 % d.h. sie übertreffen deutlich den gesetzlich vorgeschriebenen Wert.

Säuren/Laugen
Reinigungsmitteln werden Säuren oder Laugen dann zugesetzt, wenn spezielle oder verstärkende Reinigungseffekte erzielt werden sollen. Ein Maß für den Säure- oder Laugencharakter stellt der pH-Wert dar. Die pH-Skala reicht von 0-14. Bei pH-Werten unter 7 liegt der Säurebereich vor, wobei die Säurestärke mit kleiner werdendem pH-Wert zunimmt (pH = 0 sehr starke Säure). Bei pH-Werten größer als 7 beginnt der alkalische bzw. Laugenbereich , wobei mit zunehmendem pH-Wert die Laugenstärke zunimmt (pH = 14 sehr starke Lauge). Ihr  Wirkungsmechanismus beruht darauf, dass die in einer alkalischen Lösung vorhandenen OH -Teilchen,  negativ geladenen Teilchen, sich sowohl an Schmutz und zu reinigende Oberfläche anlagern. Diese negative Aufladung an Schmutz und Oberfläche führt dazu, daß der Schmutz von der Oberfläche abgestoßen wird. Außerdem sind die OH- -Teilchen bei höherer Temperatur und längerer Einwirkzeit in der Lage , den fetthaltigen  Schmutz zu "verseifen", sie machen ihn wasserlöslich und damit leichter entfernbar.

Was die Abstoßungskräfte betrifft, finden wir bei sauren Lösungen einen ähnlichen Wirkungsmechanismus vor. Hier ist die  Aufladung jedoch positiv, bedingt durch das in der Lösung vorliegende H + -Teilchen. Die Abstoßungskräfte sind allerdings schwächer als bei den Laugen. Zusätzlich sind aber saure Lösungen  und das ist ihr besonderer Vorteil  in der Lage, Kalk aufzulösen, der aus vielerlei Gründen unerwünscht ist. Kalk setzt Leitungen zu, überzieht Stoffe und macht sie brüchig. Außerdem ist er "Wohnung" für Bakterien undverbraucht Reinigungskraft des Reinigungsmittels.
Daher sind zur Reinigung von anorganischen Verschmutzungen, wie Kalkreste und Salze vorzugsweise saure Reinigungsmittelheranzuziehen.. Produkte mit hohem Laugen- oder Säureanteil  sind entsprechend der Gefahrstoffverordnung als "Ätzend" zu kennzeichnen, da sie die Haut des Menschen beschädigen können, sofern sie konzentriert auf die Haut gelangen. Daher sind unbedingt entsprechende Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit diesen Konzentraten zu berücksichtigen.
Wenn sie nach der Anwendung ins Abwasser gelangen sollten, stellen sie aufgrund der starken Verdünnung und auch durch Neutralisationsreaktionen von Säure und Lauge zu Wasser keine ernsthafte Gefährdung für die Umwelt dar.

Komplexierungsmittel
Die in einem Reinigungsmittel vorhandenen Komplexierungsmittel haben die Aufgabe, den Verursacher der hohen Wasserhärte, das CaIon, zu komplexieren bzw. "aus dem Verkehr zu ziehen". Die negativen und unerwünschten Begleiterscheinungen einer hohen Wasserhärte sind bekanntermaßen:

 

-Ablagerungen von Kalk an Maschinen und Leitungen
-Minderung der Reinigungskraft insbesondere bei alkalischen Reinigern

Daher werden diese Koplexierungsmittel vorzugsweise bei alkalischen Reinigern eingesetzt, die für maschinelle Reinigung konzipiert sind.


Lösungsmittel
Das am meisten vorhandene Lösungsmittel bei flüssigen Reinigern ist Wasser. Wasser spielt bei jeder Feucht- bzw. Nassreinigung die wichtigste Rolle. Wasser hat nicht nur die Funktion, die chemischen Wirkstoffe eines Reinigungsmittels gut zu lösen, sondern ebenfalls die Aufgabe, den gelösten Schmutz und die. Reste der chemischen Reinigung von der Oberfläche des Reinigungsgutes abzuspülen. Daher ist Wasser folglich ein unentbehrliches und universelles Hilfsmittel für die Nassreinigung. Neben Wasser können je nach Anwendungzweck auch organische Lösungsmittel zugesetzt werden.


Desinfektionsmittel
Desinfektionsmittel sind Hilfsstoffe mit keimtötender Wirksamkeit, d.h. sie haben die Aufgabe, krankheitserregende und andere schädliche Mikroorganismen abzutöten, so dass diese nicht mehr zur Infektion fähig sind.Selbstverständlich werden diese Desinfektionsmittel nur speziell für diesen Anwendungszweck ausgewählten Reinigern zugesetzt.


Abrasivstoffe
Zum Reinigen von Armaturen, Waschbecken oder auch Theken sind mechanisch wirksame Zusätze in den Spezialreinigern nützlich. Diese Scheuermittel, die auch als Abrasivstoffe bezeichnet werden, sollen die chemische Wirksamkeit der übrigen Bestandteile in den Reinigungsmitteln gegenüber sehr fest haftenden Schmutzteilen mechanisch unterstützen.
Gleichzeitig dürfen diese Zusätze jedoch die behandelten Oberflächen nicht beschädigen. Deshalb müssen diese Abrasivstoffe, die aus Quarzsand, Kreide oder Kieselgur bestehen können, eine sehr feine Körnung aufweisen.

Duft- und Farbstoffe
Die in einigen Reinigern enthaltenen Duftstoffe sollen zum einen den Produkten einen angenehmen und produktspezifischen Geruch verleihen, zum anderen unangenehme Gerüche des zu entfernenden Schmutzes überdecken und dem gereinigten Gut einen angenehmen, frischen Duft vermitteln.Den Reinigungsmitteln zugesetzte Farbstoffe helfen den optischen Eindruck des Produktes zu verbessern. Zum anderen können
sie aber die Wirksamkeit eines angewendeten Produktes optisch sichtbar machen.

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